Auf einer Praxis-Website entscheiden die Fotos oft schneller als jeder Text. Patienten wollen sehen, wohin sie kommen: Empfang, Wartezimmer, Behandlungsraum. Ein aktuelles iPhone reicht dafür aus, für die Website ebenso wie für das Google-Unternehmensprofil und Social Media.
Diesen Leitfaden hat unser Gründer Dr. Tobias Hahn geschrieben, selbst approbierter Zahnarzt. Praxen in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern bekommen ihn von uns, bevor wir ihre Website bauen. Er folgt der Reihenfolge, in der Sie am Fototag tatsächlich arbeiten.
Drei Dinge entscheiden: Licht, Linien, Ordnung
Gute Praxisfotos zeigen helle Räume ohne Ablenkung. Mehr als diese drei Punkte müssen dafür nicht stimmen.
Licht: viel weiches Tageslicht, keine gemischten Lichtfarben.
Linien: Das iPhone steht gerade, senkrechte Kanten bleiben senkrecht.
Ordnung: Was nicht ins Bild gehört, kommt raus.

Den Raum vorbereiten
Das Ultraweitwinkel zeigt fast den ganzen Raum. Jede Kleinigkeit landet im Bild, deshalb gehen Sie vor dem ersten Foto jeden Raum einmal durch.
Weg damit: Papierstapel, Post-its, Klebezettel an Monitoren, Mülleimer, Putzwagen, Taschen, Jacken, Kaffeetassen und private Fotos.
Reduzieren: Desinfektionsflaschen, Handschuhboxen und Spender auf das Nötigste. Einheitlich ausrichten, Etiketten nach vorn oder ganz weg.
Kabel: bündeln und hinter Möbeln verstecken, Ladekabel abziehen.
Ausrichten: Stühle im Wartezimmer gerade stellen, Schubladen und Schranktüren schließen. Der Behandlungsstuhl steht in Grundstellung: Rückenlehne leicht geneigt, Kopfstütze neutral, Schwebetisch eingeklappt.
Putzen: Glas, Spiegel, Fronten und Arbeitsflächen. Fingerabdrücke und Kalkflecken sieht man auf Fotos deutlicher als in echt.
Fenster: Jalousien überall gleich hoch, Lamellen gleich gekippt.
Pflanzen und Deko
Eine große, sattgrüne Pflanze bringt Leben ins Bild. Am besten steht sie am Empfang oder im Wartezimmer, gern angeschnitten im Vordergrund. Welke Blätter und verstaubte Kunstpflanzen lassen Sie weg. Im Behandlungsraum gehört eine Pflanze nur ins Bild, wenn Ihr Hygieneplan sie zulässt: Blumenerde gilt als Keimreservoir.
Bei der Deko reichen wenige Akzente, etwa ein Bild, eine Vase oder das Praxislogo. Verzichten Sie auf Saisonales. Die Fotos sollen jahrelang funktionieren, nicht nur bis Ostern.
Licht: Raumbeleuchtung an oder aus?
Das beste Licht liefert ein heller Tag mit gleichmäßiger, leichter Bewölkung, vom späten Vormittag bis zum frühen Nachmittag. Wolken streuen das Licht weich. Es gibt keine harten Schattenstreifen und keine weiß ausgebrannten Fenster. Ein trüber Regentag taugt dagegen nicht: Es fehlt Licht, die Bilder werden flau und körnig. Scheint die Sonne direkt herein, schließen Sie die Jalousien halb oder fotografieren zuerst die Räume, die gerade im Schatten liegen.
Ob das Deckenlicht an bleibt, entscheidet die Lichtfarbe, nicht die Helligkeit.
| Situation | Raumlicht | Warum |
|---|---|---|
| Alle Leuchten haben dieselbe Lichtfarbe, z. B. neutralweiß mit 4000 K | an | Füllt dunkle Ecken, der Raum wirkt hell und bewohnt. |
| Warme und kalte Leuchten gemischt, einzelne defekt oder flackernd | aus | Mischlicht erzeugt gelb-blaue Flecken, die sich kaum korrigieren lassen. |
| Raum ohne Fenster: Steri, Röntgen, Flur | an | Alle Leuchten einschalten, sonst fehlt Licht. |
| Starkes Fensterlicht, Raum innen dunkel | an | Gleicht den Kontrast zum Fenster aus. |
Was zusätzlich hilft
- Fotografieren Sie jeden Raum zweimal, einmal mit und einmal ohne Raumlicht. Vergleichen Sie am Rechner: Auf dem iPhone-Display sieht beides oft gut aus, Farbstiche zeigt erst der große Bildschirm.
- Der Blitz bleibt immer aus. Er erzeugt Spiegelungen und harte Schatten.
- Lassen Sie defekte oder unterschiedlich helle Röhren vorher tauschen. Auf Fotos fallen sie stark auf.
- Abends und in fensterlosen Räumen nutzen Sie ein Stativ. Dann bleibt das Bild auch bei längerer Belichtung scharf.

Bildschirme, Monitore und Behandlungsleuchte
Bildschirme bleiben an, zeigen aber neutralen Inhalt. Schwarze Monitore wirken wie Löcher im Bild und spiegeln oft das Fenster oder den Fotografen.
- Inhalt: das Praxislogo als Hintergrundbild, die Startseite Ihrer Website oder ein anonymisiertes Demo-Röntgenbild. Bereiten Sie eine Vorlage vor und zeigen Sie sie auf allen Monitoren gleich.
- Datenschutz: keine Patientennamen, Terminkalender, Karteikarten, Laborzettel, Etiketten mit Namen oder Röntgenbilder echter Patienten. Prüfen Sie auch Spiegelungen und den Hintergrund.
- Helligkeit: Monitore etwas dunkler stellen, sonst brennen sie im Foto weiß aus.
- Behandlungsleuchte: Für Raumansichten bleibt sie aus, sie blendet und erzeugt einen grellen Fleck. Für gestellte Szenen schalten Sie sie ein und drehen sie so, dass sie nicht in die Kamera strahlt.
- Geräte-Displays: Intraoralscanner, Mikroskop oder DVT wirken eingeschaltet modern, solange eine neutrale Oberfläche ohne Patientendaten zu sehen ist.
Das iPhone richtig einstellen
Stellen Sie das iPhone einmal vor dem Termin ein und lassen Sie es danach so. Akku laden, Linse putzen, fertig.
Welches Objektiv für welchen Raum?
Fotografieren Sie nicht jeden Raum mit 0,5×. Ein Raum, der auf dem Foto riesig wirkt, enttäuscht Patienten vor Ort. Zwischenstufen wie 0,7× sehen oft am natürlichsten aus: Halten Sie die Objektivtaste gedrückt, dann öffnet sich ein Zoomrad.
- 0,5× Ultraweitwinkel: für kleine Räume und Behandlungsräume, wenn der ganze Raum ins Bild soll. Die Ränder verzerren stark. Möbel, Stühle und Menschen gehören deshalb nie an den Bildrand.
- 1× Hauptkamera: für größere Räume, Empfang, Flur, Details und Menschen. Sie liefert die beste Bildqualität, besonders bei wenig Licht.
- 2× oder 3× Tele: für Geräte, Details und Porträts. Porträts fotografieren Sie nie mit dem Ultraweitwinkel, es verzerrt Gesichter.
Einstellungen Schritt für Schritt
- Raster und Wasserwaage: Einstellungen › Kamera › Raster einschalten, direkt darunter die Wasserwaage. In der Kamera erscheinen Hilfslinien. Die Wasserwaage wird gelb, sobald das iPhone gerade steht.
- Linsenkorrektur: Einstellungen › Kamera › Linsenkorrektur einschalten. Es gibt sie ab dem iPhone 12, meist ist sie schon aktiv. Sie entzerrt Bilder der 0,5×-Kamera automatisch.
- Makro-Steuerung: Einstellungen › Kamera › Makro-Steuerung einschalten (Pro-Modelle ab iPhone 13 Pro). Nah am Motiv erscheint dann ein Blumensymbol: gelb heißt Makro an, durchgestrichen heißt aus. Für Raumfotos lassen Sie Makro aus, damit die Kamera nicht ungewollt wechselt.
- Fotografischer Stil: Einstellungen › Kamera › Fotografische Stile › „Standard“.
- Blitz und Live Photo: In der Kamera-App oben das Blitzsymbol auf Aus stellen und das Live-Photo-Symbol (die Kreise) durchstreichen. Damit das so bleibt: Einstellungen › Kamera › Einstellungen beibehalten › Live Photo einschalten.
Belichtung fixieren mit der AE/AF-Sperre
Die Sperre finden Sie nicht im Menü, sondern direkt in der Kamera-App. Sie verhindert, dass Fenster weiß ausbrennen.
- Tippen Sie auf eine mittelhelle Stelle im Bild und halten Sie den Finger gedrückt, bis oben gelb „AE/AF-Sperre“ erscheint.
- Lassen Sie los und ziehen Sie das Sonnensymbol neben dem gelben Rahmen nach unten, bis das Fenster nicht mehr weiß ist.
- Ein Tipp irgendwo ins Bild hebt die Sperre wieder auf.
Beim Auslösen
- Zoomen Sie nicht mit den Fingern. Das ist Digitalzoom und kostet Qualität. Gehen Sie lieber ein paar Schritte oder wechseln Sie das Objektiv.
- Machen Sie pro Motiv 3-5 Aufnahmen, leicht variiert.

Perspektive und Bildaufbau
Der häufigste Fehler bei Raumfotos mit Weitwinkel sind stürzende Linien: Türrahmen und Schränke kippen nach innen, weil das iPhone geneigt ist.
Höhe: Halten Sie das iPhone auf Brust- bis Hüfthöhe, etwa 1,1-1,3 m. Nicht auf Augenhöhe.
Gerade halten: Das Telefon steht exakt senkrecht, die Wasserwaage ist gelb und zentriert. Nehmen Sie lieber etwas mehr Boden ins Bild, als die Kamera zu neigen.
Standpunkt: Fotografieren Sie aus einer Ecke oder vom Türrahmen in den Raum, so entsteht Tiefe. Frontal auf eine Wand funktioniert nur bei symmetrischen Räumen.
Mit dem Licht: Das Fenster liegt seitlich oder hinter der Kamera. Direkt gegen das Fenster fotografieren Sie nur mit gesperrter, abgedunkelter Belichtung.
Hauptmotiv zentral: Behandlungsstuhl oder Empfangstresen gehören in die Bildmitte. Am Rand verzerrt das Ultraweitwinkel am stärksten.
Vordergrund: Eine angeschnittene Pflanze oder Stuhlkante vorn gibt dem Bild Tiefe.
Stativ: Ein kleines Smartphone-Stativ für 20-30 € macht gerade Linien und gleiche Höhe in allen Räumen deutlich einfacher.

Shotlist: Diese Motive braucht eine Praxis
Mit dieser Liste fehlt später kein Bild für Website und Google-Profil.
| Motiv | Objektiv | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Außenansicht, Eingang, Praxisschild | 0,5× / 1× | Keine Autos und Mülltonnen im Bild. |
| Empfang | 1× | Tresen aufgeräumt, Bildschirm mit Logo. |
| Wartezimmer | 0,5× / 1× | Pflanze im Bild, Zeitschriften ordentlich. |
| Flur und Wegeführung | 1× | Zeigt Größe und Orientierung. |
| Jeder Behandlungsraum | 0,5× | Zwei Perspektiven: aus der Tür und von der Fensterseite. |
| Technik: DVT, Scanner, Mikroskop, Laser | 1× / 2× | Das Gerät füllt das Bild, das Display ist an. |
| Sterilisation und Aufbereitung | 0,5× / 1× | Schafft Vertrauen in die Hygiene. |
| Details: Instrumente, Hände, Materialien | 2× / Makro | Für Unterseiten und Social Media. |
| Teamfoto | 1× / 2× | Draußen oder vor einer ruhigen Wand. |
| Einzelporträts | 2× / 3×, Porträtmodus | Gleicher Hintergrund für alle. |
Menschen im Bild: Einwilligung und Werberecht
Räume mit Menschen wirken lebendiger. Das funktioniert aber nur mit sauberer Einwilligung.
- Team: Holen Sie von jeder abgebildeten Person eine schriftliche Einwilligung für Website und Social Media ein (DSGVO, Recht am eigenen Bild). Sie ist widerrufbar. Planen Sie die Bilder deshalb so, dass sich einzelne Personen austauschen lassen.
- Patienten: Echte Patienten zeigen Sie nur mit ausdrücklicher, schriftlicher Einwilligung. Einfacher ist es, wenn Teammitglieder oder Bekannte den Patienten spielen.
- Szenen: Zeigen Sie Alltägliches, etwa das Gespräch am Empfang, die Beratung am Monitor oder die Behandlung mit Mundschutz und Handschuhen nach Hygienestandard.
- Kleidung: einheitliche, saubere Praxiskleidung. Namensschilder kommen ab, wenn Personen nicht namentlich genannt werden sollen.
- Heilmittelwerberecht: Vorher-Nachher-Bilder von plastisch-chirurgischen Eingriffen ohne medizinische Notwendigkeit sind verboten (§ 11 HWG). Bilder dürfen außerdem kein Heilversprechen suggerieren.
Wie die Fotos später auf der Seite wirken, zeigen unsere Seiten Webdesign für Zahnarztpraxen und Webdesign für Arztpraxen.
Mitarbeiterfotos: Porträts und Teambild
Mitarbeiterfotos zeigen Patienten, wer sie in der Praxis erwartet. Das schafft Vertrauen schon vor dem ersten Termin. Damit die Teamseite wie aus einem Guss wirkt, fotografieren Sie alle unter denselben Bedingungen.
Organisation
- Setzen Sie einen festen Fototermin an und kündigen Sie ihn vorher an, damit sich alle auf Kleidung und Frisur einstellen können.
- Am besten vormittags vor Sprechstundenbeginn. Planen Sie 3-5 Minuten pro Person ein.
- Markieren Sie den Aufnahmeort mit Klebeband am Boden, für die Person und für sich selbst. Notieren Sie Objektiv und Abstand, damit spätere Fotos neuer Mitarbeitender dazu passen.
- Jede Person sucht sich ihr Lieblingsbild aus. Das erhöht die Akzeptanz.
- Nutzen Sie die Fotos nur für den vereinbarten Zweck: Website, Google-Profil, Social Media. Scheidet jemand aus, entfernen Sie die Bilder zeitnah, auf Wunsch sofort.
Kamera
- Porträtmodus mit 2× oder 3×. Nie 0,5× oder 1× aus der Nähe, sonst wirken Nase und Stirn zu groß.
- Abstand etwa 1,5-2 m, Kamera auf Augenhöhe oder minimal darüber.
- Hintergrundunschärfe nicht übertreiben: Tippen Sie oben auf ƒ und stellen Sie etwa ƒ/4 ein. Der Wert lässt sich später in der Fotos-App noch ändern.
- Prüfen Sie in der Vorschau Haare, Brillen und Ohren. Der Porträtmodus schneidet dort manchmal falsch aus.
- Studio-Lichteffekte wie Bühnenlicht oder Schwarzweiß lassen Sie aus und wählen „Natürliches Licht“.
Licht
- Stellen Sie die Person seitlich schräg zum Fenster, etwa im 45°-Winkel. Nicht mit dem Rücken zum Fenster.
- Weiches Tageslicht, keine direkte Sonne im Gesicht.
- Vermeiden Sie Deckenlicht direkt über dem Kopf. Es macht dunkle Augenringe.
- Eine helle Wand oder ein weißes Blatt auf der Schattenseite hellt das Gesicht sanft auf.
Hintergrund
- Ruhig und aufgeräumt: eine helle Wand, der Praxisflur oder der Empfang mit Pflanze.
- Die Person steht 1-2 m vor dem Hintergrund, nicht direkt an der Wand. So entsteht Tiefe und kein Schatten.
- Achten Sie darauf, dass keine Lampen, Türklinken oder Schilder aus dem Kopf „wachsen“.
Person
- Einheitliche, saubere Praxiskleidung ohne kleine Muster oder Streifen, die im Bild flimmern.
- Kurz prüfen: Haare, Kragen, Fusseln, Namensschild gerade.
- Spiegelt sich das Fenster in der Brille, neigt die Person sie leicht nach unten.
- Schultern leicht schräg zur Kamera, Gesicht zur Kamera, Kinn minimal nach vorn.
- Sprechen Sie mit der Person, statt „Cheese“ zu sagen. So entsteht ein natürliches Lächeln. Machen Sie auch ernst-freundliche Varianten.
- Lassen Sie über dem Kopf etwas Platz, damit sich das Bild später zuschneiden lässt.
Gruppenfoto
- Fotografieren Sie mit 1× und etwas Abstand, nicht mit 0,5×. Sonst werden die Personen am Rand verzerrt.
- Größere stehen hinten oder außen, in zwei versetzten Reihen. So ist jedes Gesicht frei.
- Alle schauen in die Kamera. Ziehen Sie den Auslöser nach links für eine Serie und wählen Sie das Bild, in dem niemand blinzelt.
- Draußen vor dem Praxiseingang im Schatten oder drinnen im hellsten Raum.
